Herbstwanderung nach Blankensee
Unsere Herbstwanderung nach Blankensee beginnt am Gasthof Zur Linde. Zunächst geht es die Dorfstraße entlang, vorbei an märkischen Bauernhöfen und den schönen alten Häusern mit ihren Klassizismusfassaden. Die meisten Bauernhöfe werden heute als Wohnhöfe genutzt - hier lässt es sich herrlich zurückgezogen leben.
Der Seddiner See
Am Ende der Dorfstraße wartet ein kleiner, unbefestigter Weg auf uns. Noch ein paar Schritte - und wir sind mitten in der Natur. Ruhe umfängt uns, wir sehen den weißen Strand des Seddiner Sees zur Linken, der auf dessen blankgeputzt strahlende Wasseroberfläche weist. Schön, wie sich die herbstliche Nachmittagssonne geheimnisvoll in dem klaren Wasser spiegelt.
Dann gabelt sich der Weg, die Lichtung mit dem Strand haben wir hinter uns gelassen. Wir nehmen die Abzweigung nach links, dann geht es nach rechts über die offenen Felder und der See blinkt – wie zum Abschied – durch die Stämme der hohen Bäume hindurch. Als plötzlich ein kleiner Sandweg im rechten Winkel nach links führt schlagen wir diesen Pfad ein, der uns nach Fresdorf führt.
In Fresdorf
Auf der rechten Seite sehen wir die traumhafte Landschaft des Naturschutzgebietes Nuthe-Nieplitz: Offene Landschaft wechselt mit uraltem Baumbestand, in deren Mitte Feen und Gnome wohnen mögen. Ringsherum Flussauen, Moore, nicht enden wollende Wiesen, in denen sich eine artenreiche Flora und Fauna erhalten hat. Seltene Tiere wie den Kranich sieht man, der Schwarzstorch hat hier sein Zuhause wie auch die Sumpfschildkröte.
Wir erreichen das Zentrum von Fresdorf mit seinem kreisrunden Anger, der an die alten Rundlingsdörfer des Baruther Urstromtals erinnert. Nach den großen Bauernhöfen geht es sanft abwärts einer Niederung entgegen. Hohe Bäume und Unterholz verbergen den Blick auf den Fresdorfer See, der ein wahres Wildvogel-Eldorado ist.
Tremsdorf und der Grössinsee
Die Hauptstraße biegt dann nach rechts ab, wir nehmen aber den Triftweg, der uns in Richtung Tremsdorf führt. Von hier aus - einen baumgesäumten Plattenweg entlang - haben wir einen wunderbaren Blick auf die linkerhand liegende Nuthe-Nieplitz-Niederung, durch die der Königsgraben fließt. Die Schneegänse machen im Frühjahr und Herbst hier Rast.
In Tremsdorf angekommen biegen wir nach rechts in die Dorfstraße ein. An der Abbiegung nach Gröben gehen wir geradeaus weiter und folgen dem Feldweg. An der Brücke des Grössinsees machen wir Halt und genießen den Blick auf den stillen See.
In Richtung Blankensee
Der Weg weiter geradeaus führt uns zur Landesstraße. Am Abzweig nach Blankensse angekommen biegen wir ein und erreichen nach kurzer Zeit das Dorf Blankensee. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein barocker Schlosspark, der Sudermann-Park, zur Rechten auf. Wir folgen dem Graben gleich links und gehen am Park entlang zum Eingangstor.
Der Sudermann-Park und das Schloss Blankensee
Durch den Sudermann-Park, benannt nach dem Dramatiker Hermann Sudermann, der von 1902 bis 1928 hier wohnte, geht es nun zum Schloss Blankensee. Der Sudermann-Park mit seinem eigentümlichen italienisch-märkischen Charme wird von mehreren Nebenarmen der Nieplitz durchflossen, die von filigran geschwungenen Brücken überspannt werden. Der aus Ostpreußen stammende Dramatiker Sudermann stattete den ursprünglich 1832 nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné gestalteten Park mit Statuen aus, die er von seinen Reisen mitbrachte. Das Herrenhaus wurde 1740 erbaut und beherbergt heute ein Hotel.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist auch das Blankenseer Bauernmuseum im ältesten Haus des Ortes, das 1649 erbaut wurde. Hier wird das Leben und Wirtschaften einer bäuerlichen Familie aus dieser Zeit gezeigt. Die evangelische Dorfkirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Im Innern findet man einen venezianischen Taufstein aus der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts, der seinerzeit als Brunnen auf dem Marktplatz von Venedig stand. Als Teil des Sudermann-Nachlasses fand er seine neue Bestimmung in der Blankenseer Kirche.
Blankensee wurde 2008 als schönstes Dorf im Landkreis Teltow-Fläming ausgezeichnet und belegte 1995 im bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" den zweiten Platz.





